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Kapitalismuskritik: Kapitalismus ist schlecht?!..mir gehts doch gut!

Ich habe mir gedacht bevor ich anfange mich in diversen Themen zu vertiefen spreche ich doch erst einmal ein wenig über Kapitalismus, Kapitalismuskritik allgemein und warum ich überhaupt diesen Blog gestartet habe.

Was ist Kapitalismus

Fangen wir in der Vergangenheit an. Es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass Kapitalismus schon früh in der Menschheitsgeschichte seinen Ursprung hat. Die Grundidee ist, dass der Markt die beiden Faktoren Produktion und Konsum ausgleicht und somit sich im Bestfall von ganz alleine aus reguliert. Darüber läuft dann auch die Verteilung des vorhandenen Vermögens. Dadurch ist die übergeordnete Maxime von allen an diesem Wirtschaftssystem teilnehmenden Personen der Gewinn. Also mehr GELD! Soweit so gut. Und nun: Kapitalismus ist schlecht? Abwarten!

Kapitalismus in Deutschland

Kapitalismus in Deutschland findet – Gott sei Dank- nicht in seiner Reinform Anwendung sondern es gilt die soziale Marktwirtschaft. Hier kommt der Staat als besonderer Teilnehmer ins Spiel. Er versucht zum Beispiel mit Hilfe von Gesetzen auftretende Ungleichheiten am Markt auszugleichen und stellt sozusagen Rahmenbedingungen her, denen es Unternehmen erlaubt nach Gewinn zu streben aber trotzdem benachteilige Personen versorgt und extreme Gier reguliert. In diesem Fall ist es also nicht der Markt alleine, der die Verteilung von Vermögen reguliert sondern auch Staat, der als Robin Hood das Geld von den Armen nimmt und den Reichen gibt…ähh natürlich anders herum: Es von den Reichen nimmt und es den Armen gibt. #Kapitalismuskritik, denn auch Kapitalismus in Deutschland entwickelt sich in keine sonderlich schöne Richtung.

Marxismus als Ursprung der Kapitalismuskritik

Kapitalismuskritk umklammert alle Theorien und Gedanken, die sich gegen die Idee des Kapitalismus richten. Dabei kann die Kritik alles oder nur einzelne Bestandteile des Kapitalismus umfassen. Einer der Urvater der Kapitalismuskritik war Karl Marx, der ja lustigerweise genau wie ich in Trier geboren wurde. Bisher war mir das gar nicht so klar…Er startete die politische Bewegung des Marxismus. Seine Haupttheorie ist, dass Personen mit großem Besitz durch Ansammlung & Vermehrung des Vermögens immer reicher werden während einfache Arbeite kaum Chancen haben hier auszubrechen. Sie gehen nach ihrer Arbeitsschicht nach Hause und bleiben arm. Er beschreibt die Situation einer Klassengesellschaft. Ich meine wow, war Marx vielleicht ein Genie und konnte tatsächlich im 19. Jahrhundert bereits absehen, wohin die Reise geht. Heutzutage würde er sich jeden Falls im Grab rumdrehen, da bin ich mir sicher.

Karl Marx ist der Urvater der Kapitalismuskritik
Karl Marx ist der Urvater der Kapitalismuskritik

Ist Kapitalismus schon fertig entwickelt?

Soweit zur Grundlage. Jetzt ist es meiner Meinung nach aber genauso wichtig zu erwähnen, dass seit jeher an dieser Wirtschaftsform geschraubt und korrigiert wird. Das ist etwas, was meiner Meinung nach in der breiten Masse gerne mal ausgeblendet wird. Wir müssen uns also vor Augen führen: Unsere Wirtschaft basiert nach wie vor auf einem Blueprint, dass noch lange nicht fertig entwickelt ist, da der Menschheit einfach noch Erkenntnisse hierzu fehlen. Wir wissen einfach noch nicht, wie man unsere Gesellschaft ideal aufstellen sollen. Und deshalb ist Kapitalismuskritik aus meiner Sicht etwas sehr wichtiges, da es im Bestfall zu einer Verbesserung führen kann.

Und so gibt es unterschiedliche und immer wieder neue Theorien, wie wir eigentlich unsere Märkte zu führen haben. Wie zum Beispiel der Keynesianismus, der seit der Wirtschaftskrise realtiv bekannt ist. Keynes zufolge sind die Märkte nämlich nicht stabil und haben auch keine/kaum Selbstheilungskräfte und müssen deshalb durch Geldflüße vom Staat in die richtige Richtung geschubst und gestützt werden.

Damit lässt sich festhalten: Niemand weiß so richtig, ob wir eigentlich auf einen ökonomischen Bombe durch die Gegend fliegen und. Bestes Beispiel hierfür ist die Ratlosigkeit, die derzeit die Zentralbanken an den Tag legen. Die Zinsen können nicht mehr niedriger sinken und trotzdem ist der Puls der eigentlich gewollten Inflation tot (ca. 2% gelten als gesund). Erste Banken fangen ja schon an Negativzinsen zu erheben. Und was das mit unseren Renten anstellen wird will ich mir gar nicht ausmalen.

Globalisierung und ihre Folgen

Klar uns geht es hier mit unserer sozialen Marktwirtschaft noch deutlich besser als zum Beispiel in den USA. Hier gilt definitiv: Kapitalismus ist schlecht! Aber man muss auch ganz klar sagen, dass die Globalisierung die Grenzen der früher einmal definierten Märkte stark verwischt. Zwar hat man immer noch Gesetze, etc. aber was bringt das einem, wenn wir hier regulieren aber die großen Player aus den USA fröhlich die Märkte diktieren. Das Thema TTIP lass ich mal ganz außen vor.

Globalisierung erschwert soziales Verhalten und verteilt den angelsächsischen kapitalismus auf die ganze Welt
Globalisierung verteilt den angelsächsischen Kapitalismus auf die ganze Welt

Globalisierung verteilt den angelsächsischen kapitalismus auf die ganze WeltEin ganz akutes Beispiel sind die GAFAs. Also die Unternehmen Google, Amazon, Facebook und Apple, die einen sehr sehr großen Anteil des Internets in ihren Händen halten. Sie entscheiden federführend, was wir finden, wie wir kommunzieren und was wir kaufen. Naja und diese 4 Unternehmen sitzen natürlich auch in den USA und wissen sich sehr gut zu helfen in Europa möglichst wenig Steuern zu zahlen. Fair? Nein, ganz einfach reiner Kapitalismus! Die Menschen und Unternehmen werden danach gesteuert, wie viel Geld in die Kassen kommen. Und danach versucht jeder sein eigenes Reich zu optimieren. Das ist meiner Meinung nach das übel von allem und deshalb gilt: Kapitalismus ist schlecht und deshalb übe ich auch Kapitalismuskritik.

Und vielleicht lässt sich jetzt schon erkennen, worauf ich hinaus will: Alle die an einem Markt teilnehmen sollten nach Möglichkeiten zu den gleichen Konditionen und Regeln antreten. Denn ansonsten entstehen hier natürlich große Defizite und irgendwann beugen sich die kleinen Brüder dem großen Bruder.

Kapitalismus ist schlecht – ein Blick von oben

Generell schlecht ist nur, dass dank dem Kapitalismus überwiegend kapitalstarke Persönlichkeiten die Zügel für unsere Karre (Wirtschaft) in der Hand haben. So zum Beispiel die Bilderbergs (Achtung, der Bereich der Verschwörungstheorien wird hier betreten). Man sagt sich, dass hier einmal im Jahr die einflussreichsten ~100 Personen auf einem privaten Treffen zusammen kommen, um die Fäden für das nächste Jahr zu ziehen.
Kapitalismus ist schlecht - es gilt: möge der Reichere gewinnen
Kapitalismus ist schlecht – es gilt: möge der Reichere gewinnen

Kapitalismus ist schlecht – es gilt: möge der Reichere gewinnenKlar klingt erstmal verrückt, aber Geld regiert die Welt! Und da die Staaten eigentlich fast alle Pleite sind, sind es auch Privatpersonen und große Unternehmen, die hier am Hebel sitzen und ordentlich daran rütteln. Ein nachvollziehbarer Effekt des Markets 😉 Und so kuschen mittlerweile auch die Politiker (die eigentlichen Vertreter des Volkes) vor diesen mächtigen Persönlichkeiten, da der Kapitalismus das Machtgefüge massiv in Richtung Vermögende verschoben hat. Spätestens jetzt wird klar: Kapitalismus ist schlecht, zumindest in bestimmten Aspekten!

Wer trägt die Verantwortung für das Handeln der Gesellschaft?

Naja und wer übernimmt jetzt die Verantwortung für Leid und Ungerechtigkeit auf der Welt?  WER?

Im Zweifel zunächst einmal wohl jeder für sich selbst! Ich bin fest davon überzeugt, dass man in seiner täglichen Lebensweise schon so einiges bewirken kann. Fair Trade, nachhaltiger Konsum, Second Hand, Spenden, Rücksicht auf Mitmenschen, etc. da ist schon was möglich. Einfach mal weniger sich vom Faktor Geld das Leben bestimmen lassen.

EIn Großteil des Vermögens konzentriert sich auf wenige Priviligierte auf der Welt
EIn Großteil des Vermögens konzentriert sich auf wenige Priviligierte auf der Welt

Aber wie bekommt man jetzt unsere neuen Diktatoren (Wirtschaftsbosse) gestürzt oder zumindest zur Vernunft gebracht. Ist Geld, Macht und Status wirklich so wichtig? Ich meine der Rest der Bevölkerung kommt doch auch ohne klar. Macht der Kapitalismus die Leute so schlecht oder sind die schon von Geburt an irgendwie anders gepolt?

Und während in der Welt natürlich auch viel Gutes passiert kotzt micht diese Situation einfach an! Wir nehmen es als akzeptabel hin das jeden Tag immer noch hunderte Menschen sinnlos sterben, weil wir oder gewisse Persönlichkeiten einfach die Tür zu ihrem/unserem Goldspeicher nicht öffnen wollen. Klar, wir selbst sind es nicht direkt, die hier einwirken aber weggucken gilt ja schon seit der Schulzeit als Tatbegeiligung. Kapitalismus ist schlecht, zumindest wenn es um faire Verteilung von Vermögen auf der Welt geht! Und eigentlich müsste doch jeder Kapitalismuskritk üben? Passiert das am Stammtisch? Oder beschwert man sich doch eher nur über die eigenen Problemchen #firstWorldProblems

Ja uns geht es gut. Und ja auch weil wir hart dafür gearbeitet haben. Aber auch, weil wir andere über Jahrzehnte hinweg ausbeuten und uns ihre preiswerte Arbeitsleistung zu nutzen machen. „Ne, wenn wir die T-Shirts ja nicht mehr aus Banglandesch beziehen sind die Leute da ja noch ärmer dran.“ Bullshit!

Aber wo sind denn die staatlich zertifizierten Fair Trade Siegel für die Herstellung in Bangladesch? Oder Sondersteuern auf Dumpingprodukte, deren Erlöse in Hilfsprojekte fließen? Sind Rahmenbedingungen nicht auch Aufgabe des Staates? Das würde ich mir zumindest von einer weltweiten sozialen Marktwirtschaft wünschen. Aber ich glaube, wir haben noch einen langen Weg vor uns, der wahrscheinlich noch viele Menschenleben fordern wird. Schließlich passt so eine Regulierung nur schwierig in ein das Bild der Globalisierung, vor allem in das des reinen Kapitalismus 🙁

Abschließende Fragen

  • Ist Materialismus wirklich Menschenleben wert und wie bekommen wir das Bewusstsein für unseren Konsum nachhaltig und in der breiten Masse verbessert?
  • Wie schaffen wir es den Faktor Geld nicht mehr so stark in den Vordergrund unserer Gesellschaft und unseres Handelns zu stellen? Und wie bekommt man Kapitalismuskritik auch in die Praxis übertragen?
  • Kapitalismus ist schlecht oder doch nicht?

Bis zum nächsten Mal, dann geht’s etwas tiefer in die Kapitalismuskritik!

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